Kommunale Wärmeplanung
Kommunale Wärmeplanung in der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe
Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentrales Instrument für Städte und Gemeinden, um die Wärmewende strukturiert und vorausschauend zu gestalten.
Ziel ist es, eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 zu erreichen – wie es das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorsieht.
Grundlage hierfür ist das Wärmeplanungsgesetz (WPG), das bundesweit alle Kommunen zur Erstellung eines Wärmeplans verpflichtet.
Je nach Einwohnerzahl und dem jeweiligen Fördermittelgeber gelten unterschiedliche Fristen für die Umsetzung. Für die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe bedeutet dies konkret: Bis spätestens zum 30. Juni 2026 muss ein kommunaler Wärmeplan erstellt, beschlossen und veröffentlicht werden.
Fördermittel des Bundes genutzt
Um diese Aufgabe effizient und fachlich fundiert anzugehen, hat die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe bereits im November 2023 einen Förderantrag im Rahmen der Kommunalrichtlinie bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH eingereicht. Der Antrag wurde im Oktober 2024 bewilligt.
Fachliche Unterstützung durch die wärmelokal GmbH
Mit der Erstellung des kommunalen Wärmeplans wurde die wärmelokal GmbH beauftragt – ein Joint Venture der Unternehmen Westenergie und DSK GmbH. Das Fachbüro bringt umfassende Erfahrung im Bereich der strategischen Wärmeplanung mit und wird die Verbandsgemeinde während des gesamten Prozesses begleiten.
Was leistet die Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Prozess, der analysiert, wie die Wärmeversorgung in der Verbandsgemeinde künftig nachhaltig, effizient und klimafreundlich gestaltet werden kann. Dabei geht es insbesondere um die Frage, welche Wärmeversorgungsoptionen – etwa individuelle Heizsysteme oder der Ausbau von Wärmenetzen – in welchem Gebiet sinnvoll und wirtschaftlich sind.
Die Wärmeplanung ist somit ein wesentliches Werkzeug zur Umsetzung der Energiewende auf kommunaler Ebene und bietet eine fundierte Grundlage für zukünftige Entscheidungen in der Stadt- und Gemeindeentwicklung.
Was bringt mir die Wärmeplanung?
Am Ende fassen wir im Wärmeplan zusammen, welche Heizoption für welches Gemeindegebiet am besten geeignet ist. Das können individuelle Heizungen in den Gebäuden sein, aber auch Wärmenetze. Der Wärmeplan bietet somit eine gute Datenbasis für Investitionsentscheidungen – sei es bei Ihnen zuhause oder bei wirtschaftlichen Akteuren, die an der Wärmeversorgung unserer Gemeinden beteiligt sind.
Der Abschlussbericht zur kommunalen Wärmeplanung wird Sie in erster Linie zu nichts verpflichten. Grundsätzlich dürfen Sie Ihre aktuell eingebaute Heizung bis ins Jahr 2044 weiterbetreiben. Sie alleine entscheiden im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), ob und wann Sie Ihre Heizung erneuern.
Weitere Informationen über das Gebäudeenergiegesetz (GEG) finden Sie unter https://www.bmwsb.bund.de/Webs/BMWSB/DE/themen/bauen/energieeffizientes-bauen-sanieren/gebaeudeenergiegesetz/gebaeudeenergiegesetz-node.html
Muss ich Daten liefern oder Zugang zu meinem Grundstück gewähren?
Nein, weder noch. Das von uns beauftragte Planungsbüro kann auf vorhandene Wärme- und Energiedaten zu allen Gebäuden zurückgreifen, die beispielsweise den Energieversorgern, Schornsteinfegern oder dem Statistischen Bundesamt vorliegen. Außerdem wird das Planungsbüro in allen Ortsteilen optische Eindrücke vom Alter und Sanierungsstand der Gebäude sammeln. Dafür muss Ihr Grundstück aber nicht betreten werden.
Alle erhobenen Daten unterliegen der Datenschutzgrundverordnung. Im veröffentlichten Wärmeplan werden somit Daten ausschließlich in aggregierter Form dargestellt, d.h. in einer Weise, die keine konkreten Rückschlüsse auf einzelne Gebäude zulässt.
Kommunale Wärmeplanung (Bestandteile)
Bestandsanalyse
Zuerst werden die Wärmeverbräuche aller Gebäude und die eingesetzten Energieträger (z.B. Gas, Öl, Strom) ermittelt. Auch Informationen zu den Gebäudetypen und Baualtersklassen werden gesammelt.
Dieser Schritt ist oft einer der langwierigsten aber bildet gleichzeitig auch die Grundlage für die folgenden Bilanzen und Potenzialanalysen der Wärmeplanung.
Potenzialanalyse
Im zweiten Schritt wird geprüft, welche erneuerbaren Wärmequellen verfügbar sind oder wirtschaftlich nutzbar gemacht werden können. Auch das Potential von Sanierungsmaßnahmen wird abgeschätzt.
Szenarien
Anhand der gesammelten Daten und der ermittelten Potenziale werden verschiedene Zukunftsszenarien erstellt, wie sich die Wärmeversorgung in den nächsten Jahren entwickeln könnte.
Versorgungsgebiete
In der kommunalen Wärmeplanung werden sogenannte Versorgungsgebiete definiert, um passgenaue Wärmeversorgungslösungen zu entwickeln. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann in einem Gebiet eine individuelle Heizlösung – etwa mit Wärmepumpe oder Pelletheizung – sinnvoll sein, während in anderen Bereichen der Aufbau oder Ausbau eines Wärmenetzes wirtschaftlicher und nachhaltiger ist. Ziel ist es, für jedes Gebiet die jeweils effizienteste und klimafreundlichste Versorgungslösung zu identifizieren. Dabei spielen Faktoren wie Bebauungsdichte, Wärmebedarf und bestehende Infrastrukturen eine zentrale Rolle.
Umsetzungsstrategien
Mit welchen Maßnahmen das angestrebte Zielszenario erreicht werden kann, wird abschließend im kommunalen Wärmeplan dargestellt. Der Wärmeplan wird alle fünf Jahre überprüft und fortgeschrieben.
Dies ist besonders wichtig, um auf Veränderungen reagieren zu können und die Planung für die einzelnen Teilgebiete auf dem aktuellen Stand zu halten.
Kommunale Wärmeplanung (Förderung)
Die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Projekttitel: KSI: Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung für die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe
Laufzeit: 01.01.2025 – 31.03.2026
Förderkennzeichen: 67K29009
Förderquote: 90%

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiver Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zur Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen

Kommunale Wärmeplanung (KWP): Unser Fahrplan für eine klimafreundliche Wärme
Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) ist das strategische Instrument der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe, um unsere Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral zu gestalten. Sie zeigt auf, wie wir zukünftig den Wärmebedarf vor Ort mit erneuerbaren Energien decken können.

Antworten auf Ihre Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung
Der Umstieg auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung ist ein komplexes Vorhaben. Die Kommunale Wärmeplanung (KWP), die aktuell für die VG Rhein-Nahe erarbeitet wird, schafft hier Transparenz und Planungssicherheit.Wir haben die häufigsten Fragen zu den gesetzlichen Fristen, den Auswirkungen auf Ihre Heizung und den verfügbaren Fördermöglichkeiten für Sie zusammengefasst.